Ethische Richtlinien des Polarity Verband Deutschland e.V.
Stand: Berlin, 16. April 2005
Die Ethischen Richtlinien als PDF-Datei (Broschüre)
Einleitung
Die Ethischen Richtlinien dienen den Mitgliedern des Polarity Verbands Deutschland als Leitfaden für ihr berufliches Verhalten. Sie stellen ihnen und der Allgemeinheit Kriterien für die Beurteilung ihrer Tätigkeit zur Verfügung.
Polarity-Therapeuten setzen ihre berufliche Kompetenz zum Wohl ihrer Klienten ein. Sie respektieren die Würde und den Wert eines jeden Individuums. Ihre Tätigkeit basiert auf dem von Dr. Randolph Stone geprägten Bild des Menschen und dient neben ihrem therapeutischen Schwerpunkt auch der Vertiefung des Verständnisses der Menschen von sich selbst und von anderen und der Erweiterung der Kenntnisse über menschliche Verhaltensweisen.
Die Mitglieder des Polarity Verbands Deutschland e.V. verpflichten sich, die Ethischen Richtlinien aus den folgenden Bereichen einzuhalten:
- Verantwortlichkeit
- Kompetenz
- Schweigepflicht
- Sorgfaltspflicht
- Moralische und gesetzliche Richtlinien
- Berufliche Beziehungen
- Öffentlichkeitsarbeit
Im folgenden Text wird Polarity Verband Deutschland e.V. mit PVD abgekürzt.
Um den Lesefluss zu erleichtern, haben wir die männliche Form "Therapeut" und "Klient" gewählt. Es sind selbstverständlich immer beide Geschlechter gemeint. Mit Polarity-Therapeuten sind die Mitglieder des PVD gemeint.
Die Polarity-Therapeuten arbeiten nach den hohen Standards ihres Berufes. Sie sind sich über ihre soziale Verantwortung im Klaren,weil ihre Tätigkeit einen entscheidenden Einfluss auf das Leben anderer haben kann.
- Polarity-Therapeuten handeln verantwortungsvoll, achtsam und im Bewusstsein ihrer eigenen Entwicklung.
- Polarity-Therapeuten sind sich über den Unterschied der persönlichen und sozialen Stellung zwischen Polarity-Therapeut und Klient im Klaren. Sie enthalten sich jeder Handlung, die dieses Machtgefüge in missbräuchlicher Form ausnutzt.
- Polarity-Therapeuten bemühen sich, einen Rahmen für die persönliche Entfaltung ihrer Klienten zu schaffen. Sie helfen verantwortungsbewusst, Erkenntnis und Fähigkeiten zu entwickeln.
- Polarity-Therapeuten anerkennen ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und bemühen sich, in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen Personen oder Institutionen das Gemeinwohl zu fördern.
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Polarity-Therapeuten erkennen die Grenzen der Polarity-Therapie und ihre eigenen Grenzen an. Im Bewusstsein dieser Grenzen bieten sie nur Methoden an, für die sie sich durch Ausbildung, Übung und Erfahrung qualifiziert haben.
Sie wissen um die Wichtigkeit der interdisziplinären Vernetzung und können auf andere Therapieformen verweisen, die in Ergänzung oder als Alternative zur Polarity-Therapie in Anspruch genommen werden können.
- Polarity-Therapeuten sind jederzeit bereit,wahrheitsgemäß Auskunft über ihren Ausbildungsstand und ihre Berufserfahrung zu geben. Eine fachgerechte Ausbildung gemäß den Richtlinien des PVD ist Voraussetzung für eine ordentliche Mitgliedschaft im Polarity Verband Deutschland e.V. Die ordentliche Mitgliedschaft bürgt jedoch nicht für die Qualität in der Ausübung der Polarity-Therapie.
- Polarity-Therapeuten akzeptieren die Richtlinien des PVD zur Fort- und Weiterbildung. Sie sind aufgeschlossen für die Entwicklung und Veränderung der Polarity-Lehre unter Wahrung der zugrundeliegenden Prinzipien und orientieren sich in ihrer Arbeit am neuesten Wissensstand.
- Wird im Behandlungsverlauf offensichtlich, dass Klienten zusätzliche therapeutische Unterstützung benötigen, ist es für Polarity-Therapeuten selbstverständlich, kompetente Fachkräfte hinzuzuziehen, beziehungsweise an diese weiterzuverweisen.
- Polarity-Therapeuten sind sich der Tatsache bewusst, dass ihre persönlichen Probleme ihre berufliche Tätigkeit beeinträchtigen können. Sie verpflichten sich in diesem Fall, eine kompetente professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, die ihnen zu einer Entscheidung verhilft, inwieweit sie ihre Arbeit weiterführen können.
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Polarity-Therapeuten unterstehen der Schweigepflicht. Ausnahmen sind nur dann möglich,wenn die Klienten oder die gesetzlichen Vertreter ihre Einwilligung gegeben haben. Es können auch ungewöhnliche Umstände ein Brechen der Schweigepflicht verlangen, wenn die Unterlassung der Offenlegung eine eindeutige Gefahr für die betreffende Person oder für Dritte darstellen würde. Sofern dies angebracht ist, informieren die Polarity-Therapeuten ihre Klienten über die rechtlichen Beschränkungen der Schweigepflicht.
- Die Privatsphäre der Klienten muss unter allen Umständen - auch in schriftlichen oder mündlichen Berichten - gewahrt werden. Alle Informationen dürfen ausschließlich in Supervision oder im Austausch mit Fachpersonal und zur Evaluierung der therapeutischen Tätigkeit verwendet werden.
- Besondere Sorgfalt in Bezug auf die Schweigepflicht müssen Polarity-Therapeuten walten lassen,wenn sie mit Minderjährigen arbeiten oder mit anderen Personen, die nicht in der Lage sind, eigenverantwortlich und aufgeklärt Zustimmung zu geben.
- Alle Aufzeichnungen audiovisueller Art bedürfen der ausdrücklichen Einwilligung des Klienten.
- Falldarstellungen, die der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden, bedürfen der Zustimmung durch die betroffene Person. Andernfalls sind alle Informationen, die Rückschlüsse auf die Person zulassen, zu verschlüsseln.
- Sorgfalt und Vertraulichkeit gelten auch bei der Datenspeicherung und deren Vernichtung.
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Polarity-Therapeuten respektieren die Integrität und Würde der Menschen und Gruppen, mit denen sie arbeiten. Entstehen Interessenskonflikte, stellen sie den Charakter ihrer Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten offen dar.
- Polarity-Therapeuten anerkennen und respektieren die Unterschiedlichkeit der Menschen hinsichtlich Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, sexueller Orientierung, religiöser oder geistiger Glaubenshaltung, Rasse und ethnischer Zugehörigkeit, sozialer und ökonomischer Lebensumstände. Sie sind informiert über Beratungsstellen, an welche sie ihre Klienten weiter vermitteln können, sollte dies erforderlich sein.
- Bringen religiöse oder geistige Überzeugungen den Polarity-Therapeuten in Konflikt mit den Ethischen Richtlinien des PVD, so deckt er im Interesse aller Beteiligten die Natur seines Zwiespalts auf und erläutert ihnen seine ethische Verantwortlichkeit. Er ist bemüht, im Sinne der ethischen Richtlinien des PVD eine Lösung zu finden.
- Polarity-Therapeuten übernehmen Verantwortung für die Klarheit in der Beziehung zu Klienten und deren Bezugspersonen.
- Polarity-Therapeuten sind sich darüber im Klaren, dass die Intensität der therapeutischen Beziehung sowohl sexuelle als auch andere Bedürfnisse und Wünsche seitens des Klienten und auch des Polarity-Therapeuten aufkommen lassen kann. Sexuelle Beziehungen und Handlungen mit Klienten widersprechen der Berufsethik. Polarity-Therapeuten gehen keine mehrdeutigen Beziehungen mit Klienten ein. Sie achten in ihrer Arbeit auf therapeutische Neutralität. Entsprechend gilt diese Sorgfaltspflicht auch für die Beziehungen zu Schülern, Mitarbeitern und Arbeitgebern.
- Polarity-Therapeuten treffen vor Therapiebeginn klare finanzielle Vereinbarungen, die den Klienten verständlich und eingängig vermittelt werden müssen und deren Interessen wahren.
- Ziele der Sitzungen werden von Polarity-Therapeut und Klient gemeinsam festgelegt und,wenn es die Situation erfordert, im Verlauf neu formuliert. Die Freiheit der Klienten, Anzahl und Frequenz der Sitzungen zu bestimmen, wird vom Polarity-Therapeuten respektiert.
- Polarity-Therapeuten beenden die Zusammenarbeit,wenn offensichtlich wird, dass der Klient nicht genügend unterstützt werden kann. Sie bieten ihre Hilfe bei der Suche nach anderen Möglichkeiten der Unterstützung an.
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5. Moralische und gesetzliche Richtlinien
Grundsätzlich ist jeder Polarity-Therapeut in der Entwicklung und Äußerung seiner Wertvorstellungen frei.
Er ist sich jedoch bewusst, dass sein Verhalten - besonders in der Öffentlichkeit - Auswirkungen auf das Ansehen der Polarity-Therapie und der Polarity-Therapeuten haben kann.
- Die moralischen Wertvorstellungen der Polarity-Therapeuten prägen die Arbeit mit Klienten, Schülern, Mitarbeitern und Arbeitgebern; deren Meinungen und Haltungen werden respektiert.
- Das Verhalten der Polarity-Therapeuten darf weder zu Missbrauch, noch zu illegalen oder diskriminierenden Handlungen führen.
- In ihrer Arbeit vermeiden Polarity-Therapeuten jegliche Handlungen, welche die gesetzlichen Rechte ihrer Klienten, Schüler, Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Dritter verletzen oder beeinträchtigen können.
- Polarity-Therapeuten handeln in Praxis, Lehre und Forschung gemäß den Ausbildungs- und Ethischen Richtlinien des PVD.
- Polarity-Therapeuten halten sich an gesetzliche Vorschriften, ob sie staatlicher, kommunaler oder institutioneller Natur sind. Kommen sie dabei mit den ethischen Richtlinien des PVD in Konflikt, bemühen sie sich um eine Konfliktlösung.
- Wünschenswert ist ein aufmerksames Teilhaben am gesellschaftlichen Leben.
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Polarity-Therapeuten anerkennen die Kompetenz von Kollegen der eigenen und anderer Berufsgruppen.
- Behandeln Polarity-Therapeuten Klienten, die sich bereits in einer anderen Therapie befinden, gehen sie mit dieser Konstellation besonders sorgfältig um. Sie achten darauf, dass die Klienten den größtmöglichen Nutzen aus jeder Therapie ziehen können. Diese besondere Situation entbindet die Polarity-Therapeuten nicht von ihrer Verantwortlichkeit gegenüber den Klienten.
- Polarity-Therapeuten unterstützen auch die berufliche Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und Kollegen, die bei ihnen in Supervision sind. Sie sorgen für förderliche Arbeitsbedingungen und konstruktiven Erfahrungsaustausch.
- Auch in der Forschung sind ethische Richtlinien zu berücksichtigen; das heißt, dass Polarity-Therapeuten die involvierten Institutionen und alle Beteiligten ausreichend informieren und die erforderlichen Zustimmungen einholen. Eventuelle Auftraggeber und die Forschungsergebnisse werden offengelegt.
- Im Sinne der Achtung von Rechten an geistigem Eigentum werden bei Veröffentlichungen alle Autoren entsprechend ihres Beitrags genannt, Quellen korrekt angegeben und alle Mitwirkenden erwähnt und gewürdigt.
- Erfahren Polarity-Therapeuten von einer Verletzung der Ethischen Richtlinien durch andere Polarity-Therapeuten, versuchen sie zuerst, das Problem im persönlichen Gespräch einfühlsam anzugehen, sofern das Fehlverhalten geringfügig ist und zum Beispiel auf Mangel an Einfühlungsvermögen oder Erfahrung beruht. Führt diese Lösungsmöglichkeit nicht zum Erfolg oder ist die Verletzung gravierender, muss der Vorstand des PVD informiert werden.
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Die Öffentlichkeitsarbeit dient dazu, die Polarity-Therapie bekannt zu machen.Informationen über die Polarity-Therapie sollen auf der Lehre von Dr. Randolph Stone und den zugrunde liegenden Lebensprinzipien beruhen, sowie ihren umfassenden Inhalt darlegen. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen sich ein umfassendes Bild von Polarity machen können.
- In Publikationen und Informationen über die Polarity-Therapie übernehmen Mitglieder des PVD die Verantwortung für die Darstellung ihrer Ausbildungen und ihrer beruflichen und geschäftlichen Verbindungen.
- Irreführung und unwahre Darstellung sind zu unterlassen.
- Persönliche Werbung wird klar als solche kenntlich gemacht.
- Polarity-Therapeuten machen keine Heilungsversprechen.
- Selbstverständlich gelten alle anderen bisher genannten Inhalte der Ethischen Richtlinien des PVD auch für die Öffentlichkeitsarbeit.
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Durch gesellschaftliche Veränderungen kann es notwendig werden, diese Ethischen Richtlinien zu überarbeiten. Entsprechende Anregungen von den PVD-Mitgliedern sind ausdrücklich erwünscht. Die Ethischen Richtlinien sind in der jeweils aktuellen Fassung für alle Mitglieder des Polarity Verbands Deutschland e.V. verbindlich.
Berlin, den 24.04.2004